Wingfoil vs. Parawing
Für welche Gleitsportart soll man sich entscheiden?
Wingfoil vs. Parawing: Für welche Gleitsportart soll man sich entscheiden?
Ausrüstung, Platzbedarf, Einarbeitung und Fahrgefühl beim Downwind.
Die Welt der gezogenen Gleitsportarten befindet sich in einem ständigen Wandel. Während sich Wingfoilen in den letzten Jahren auf allen Gewässern der Welt als die führende Disziplin etabliert hat, gewinnt ein neuer Trend rasch an Boden: Parawing (manchmal auch als Pocket Kite oder Parawing Foil bezeichnet).
Zwar nutzen beide Sportarten ein Hydrofoil, um sich über das Wasser zu erheben, doch unterscheiden sich ihre Art, den Wind zu nutzen, und ihre Ausrüstung erheblich. Also: Wingfoil oder Parawing – was ist das Richtige für Sie?
Was ist Wingfoil?
Beim Wingfoil wird ein aufblasbarer Schirm, der direkt auf Armlänge gehalten wird (der Wing), mit einem mit einem Hydrofoil ausgestatteten Board kombiniert.
- Das Prinzip: Der Schirm erzeugt einen direkten aerodynamischen Auftrieb, sobald der Wind in ihn strömt. Der Fahrer steuert die Kraft, indem er die Vorderkante und die Position seiner Hände an starren oder flexiblen Griffen oder einem Wishbone anpasst.
- Seine Stärken: Sehr vielseitig, leicht erlernbar, hervorragend beim Aufkreuzen (Upwind) und sicher, da sich der Flügel sofort neutralisiert, sobald man ihn loslässt.
Was ist Parawing?
Parawing ist ein ultrakompakter Hybridflügel, der vom Gleitschirmfliegen und vom Kitesurfen inspiriert ist. Es handelt sich um einen kleinen Kammer- oder Einhäutflügel (in der Regel zwischen 1,5 m² und 4 m²), der über sehr kurze Leinen (1 bis 3 Meter) mit einer kleinen Stange oder einem einzigen Griff verbunden ist.
- Das Prinzip: Der Flügel fliegt in geringem Abstand zum Sportler. Sobald das Foil ausgefahren ist und der Start im Gleiten erfolgt ist, kann der Sportler den Flügel zusammenfalten oder in einem Hüftgurt/einer Hüfttasche (Hip Bag) verstauen, um den Wellengang im reinen Downwind oder als Surf-Foil ohne jeglichen Luftwiderstand zu surfen.
- Seine Stärken: Ultrakompakt (passt in eine 1-Liter-Trinkflasche), federleicht, absolute Freiheit, sobald der Flügel auf den Wellen am Rücken verstaut ist.
5 entscheidende Kriterien für Ihre Wahl
1. Platzbedarf und Transportfreundlichkeit
- Parawing gewinnt haushoch: Das ist das wichtigste Argument. Keine Pumpe erforderlich, keine aufblasbaren Latten, die vorsichtig zusammengefaltet werden müssen. Der Flügel lässt sich in einer extrem kompakten Tasche verstauen. Ideal für leichtes Reisen oder „Hike & Fly/Foil“.
- Wingfoil: Erfordert eine Pumpe, eine voluminöse Tasche und oft ein breiteres Board, um den Start zu erleichtern.
2. Die Lernkurve
- Wingfoil: Für einen absoluten Foil-Anfänger intuitiver. Der aufblasbare Wing bietet einen stabilen Halt auf dem Wasser, um aufzustehen und das Gleichgewicht zu halten.
- Parawing: Erfordert eine gute Pumptechnik beim Foilen und eine feinfühlige Steuerung des Flügels mit kurzen Leinen. Das Wiederaufsteigen aus dem Wasser nach einem Sturz kann technisch anspruchsvoller sein als bei einem aufblasbaren Wing, der von Natur aus schwimmt.
3. Das Fahrgefühl bei Downwind und beim Surfen
Wenn es Ihr Ziel ist, kilometerweit auf dem Wellengang (Downwind) zu fahren:
- Beim Wingfoil müssen Sie den Wing mit einer Hand in der „Flagging“-Position halten, wodurch ein leichter Windwiderstand entsteht.
- Beim Parawing können Sie den Flügel auf ein Minimum reduzieren oder ganz wegpacken, um ungehindert auf den Wellen zu surfen.
4. Windbereich und Vielseitigkeit
Das Wingfoil deckt einen viel größeren Einsatzbereich auf flachem Wasser, Seen oder bei Wellengang ab. Es ermöglicht Sprünge, Freestyle-Tricks und ein sehr starkes Aufkreuzen gegen den Wind, selbst bei leichter Brise.
5. Die erforderliche Ausrüstung
- Wingfoil: Wing (4 m² bis 6 m²), Board von 60 l bis 105 l, komplettes Foil-Set (Mast + Frontflügel mit hohem Auftrieb).
- Parawing: Parawing-Flügel (2 m² bis 3,5 m²), Downwind-/SUP-Foil-Board (lang und schmal, um das Anpaddeln/Pumpen zu erleichtern) und Foil mit hohem Seitenverhältnis (High Aspect).
Welches Modell soll man wählen?
Entscheiden Sie sich für das Wingfoil, wenn:
- Sie ein absoluter Anfänger im Foil-Sport sind.
- Sie auf allen Gewässertypen (Seen, Meer, flache Gewässer) ohne Einschränkungen fahren möchten.
- Sie gerne springen, Tricks ausführen und mühelos gegen den Wind fahren.
Entscheiden Sie sich für den Parawing, wenn:
- Sie bereits SUP-Foil oder Surf-Foil betreiben.
- Ihre Leidenschaft dem Downwind und dem reinen Gleiten auf dem Wellengang gilt.
- Sie nach möglichst leichtem und kompaktem Equipment für Reisen suchen.
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