Bol d'Or 2026
Sieg und überraschende Wendung!
Rückblick auf die verrückteste 87. Ausgabe in der Geschichte des Genfer Sees
Der Bol d'Or am Genfer See galt schon immer als anspruchsvolles, unvorhersehbares und majestätisches Rennen. Doch diese 87. Ausgabe wird wahrscheinlich nicht nur wegen der sportlichen Höchstleistungen in Erinnerung bleiben, sondern vor allem wegen des unglaublichen Durcheinanders, das sich nach dem Zieleinlauf abspielte. Basierend auf den Berichten von RTS folgt hier der Bericht über ein Wochenende, an dem die Spannung noch lange nach dem Ende der Regatta anhielt.
Ein atemberaubendes Rennen und ein triumphaler Zieleinlauf
Die Kulisse war perfekt: Fast 400 Boote gingen an den Start, um sich den Launen des grössten Sees Westeuropas zu stellen. Nach stundenlangem erbittertem Kampf überquerte der spektakuläre TF35-Trimaran Ylliam XII Comptoir Immobilier, meisterhaft gesteuert von Bertrand Demole und seiner Crew, als Erster die Ziellinie. Eine unbestreitbare sportliche Meisterleistung: Unter oft tückischen Bedingungen perfekt gesegelt, um diese legendäre Strecke zu bewältigen.
Der Schock der Disqualifikation: Die Affäre um den fehlenden Crewmitglied
Gerade als an den Kais der Société Nautique de Genève der Champagner fast schon entkorkt war, traf die TF35-Flotte ein Donnerschlag. Die Wettfahrtleitung stellte einen schwerwiegenden Regelverstoß fest: Ylliam XII sowie die TF35 Ylliam 17 überquerten die Ziellinie mit sechs statt der vor dem Start gemeldeten sieben Crewmitgliedern an Bord!
In der Welt der hochpräzisen Tragflügelkatamarane ist ein Gewichtsunterschied von rund hundert Kilogramm kein Detail; er wirkt sich direkt darauf aus, wie früh das Boot auf seine Tragflügel abheben und seine Geschwindigkeit optimieren kann. Das Urteil fällt, unverblümt: Die Wettfahrtleitung wertet dies als direkten Verstoß gegen die Regeln der TF35-Klasse. Beide Segelboote werden disqualifiziert.
«Die TF35-Flotte stand im Mittelpunkt eines Durcheinanders, das lange Zeit Unsicherheit über das Ergebnis des Bol d'Or aufkommen liess.» – RTS Sport
X-Wing zum Sieger erklärt... für einen kurzen Moment
Mit der Disqualifikation von Ylliam XII herrscht allgemeine Fassungslosigkeit. Das Boot X-Wing, gesteuert von Marco Favale, übernimmt daraufhin vorläufig den ersten Platz. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer: X-Wing wird als offizieller Gesamtsieger dieses 87. Bol d'Or gefeiert! Ein Sieg am grünen Tisch, der zwar zunächst regelkonform war, aber einen unvollendeten Nachgeschmack hinterließ, da die Dominanz von Ylliam XII auf dem Wasser so offensichtlich gewesen war.
Die letzte Wendung: Das Urteil der internationalen Jury
Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Es wird Einspruch eingelegt, und nach dem Zieleinlauf tritt eine internationale Jury zusammen. Nach eingehender Prüfung fällt das Urteil anders aus: Das gegen die beiden TF35 eingeleitete Disqualifikationsverfahren wies Formfehler auf. Die ursprünglichen Sanktionen werden schlicht und einfach aufgehoben!
Inmitten dieser totalen Verwirrung, die von den Medien meisterhaft übertragen wurde, wird Ylliam 12 schließlich offiziell wieder zugelassen und gewinnt damit endgültig die Ausgabe 2026. Julien Firmenich, am Ruder von Ylliam 17 (ein weiterer wieder zugelassener Disqualifizierter), belegt seinerseits den dritten Platz.
Ein Bol d'Or für die Geschichte
Purer Sport, Adrenalin, wahnsinnige Geschwindigkeiten auf Foils und ein Nervenkrieg bis zum Tisch der Jury... Diese Ausgabe 2026 hat uns alles geboten. Sie erinnert uns daran, dass im Segelsport das Rennen nie wirklich vorbei ist, solange die Jury keine endgültige Entscheidung getroffen hat. Bravo an alle Teilnehmer und insbesondere an die Crew der Ylliam XII, die sowohl auf dem Wasser als auch an Land den Kurs gehalten hat!